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Geschichte

Eine stolze Nation voller Leidenschaft

Wir Waliser haben einen starken Sinn für unsere Geschichte. Vielleicht liegt das an den vielen Invasionen.

Wir wurden von den Kelten, den Römern, den Sachsen und den Wikingern erobert – und sind dadurch zu einem stolzen und widerstandsfähigen Haufen geworden.

Wir haben uns um die Relikte unserer Vergangenheit gekümmert. Sie werden altertümliche Burgen an den Schauplätzen berühmter Schlachten finden, Festungen entdecken, die Angreifer in Schach hielten und moderne Zeugnisse der industriellen Revolution aufstöbern, wie beispielsweise unsere Kohleminen.

Wir können hier den tausenden von Jahren faszinierender Geschichte wirklich nicht gerecht werden, daher geben wir Ihnen nur einen kleinen Vorgeschmack mit den interessantesten Geschichten und Menschen. Mehr finden Sie unter den Links auf dieser Seite.

Owain Glyndwr

Kein Blick auf unsere Geschichte ist vollständig ohne einen Hinweis auf Owain Glyndwr, den letzten gebürtigen Waliser mit dem Titel Prince of Wales.

Als Abkömmling der Prinzen von Powys zettelte er im Jahr 1400 eine mutige Revolte gegen die englischen Herrscher an. Zunächst war sie von Erfolg gekrönt, schließlich wurde der Aufstand aber von den Engländern niedergeschlagen. Glyndwr wurde 1412 zum letzten Mal gesehen, wurde aber auch nie offiziell gefangen genommen.

Er ist eine wichtige kulturelle Figur geblieben. Shakespeares Drama ‘Heinrich IV’ porträtiert ihn als wilden, exotischen, in der Magie bewanderten und spirituellen Mann.

Die nationalistische Bewegung hat ihm immer schon Hochachtung gezollt, doch mittlerweile ist er eine Figur des täglichen Lebens in Wales geworden – von Denkmälern bis zu Pubnamen erinnert hier alles an ihn.

Offa’s Dyke

Offa war König von Mercia von 757 bis 796 AD. Sein Königreich erstreckte sich über einen großen Teil Englands, bis an die Grenze zu Wales in Powys.

Er merkte jedoch, dass seine Macht ihn nicht ausreichte, um Wales einzunehmen, weshalb er kurzerhand den Bau eines Schutzwalls von Küste zu Küste entlang der heutigen Grenze zwischen England und Wales befahl.

Offa’s Dyke (auch Offa-Wall) hat seitdem mehr oder minder den Verlauf der walisisch-englischen Grenze bestimmt. Ein großer Teil dieses Damms kann noch immer entlang der knapp 130 Kilometer langen Strecke vom Wye-Tal bis nach Wrexham nachverfolgt werden. An manchen Stellen hat er seine ursprünglichen, beeindruckenden Ausmaße sichtbar behalten, an anderen ist er durch 1200 Jahre landwirtschaftlicher Aktivitäten verschwunden und kann nur noch mit archäologischen Methoden entdeckt werden.

Die walisische Flagge

Unsere Nationalflagge – The Red Dragon (Der Rote Drache oder auf walisisch Y Ddraig Goch) – erhielt 1959 offiziellen Status, der Drache selbst jedoch wurde schon jahrhundertelang mit Wales in Verbindung gebracht. Manche bezeichnen sie als älteste noch genutzte Nationalflagge, die bereits von König Artus und anderen keltischen Herrschern benutzt wurde.

Sie ist die einzige Flagge eines Landes des Vereinigten Königreichs, die nicht in der gemeinsamen Flagge, dem Union Jack, repräsentiert ist. Grund dafür sind die Gesetze zur Eingliederung von Wales (Laws in Wales Acts) aus dem 16. Jahrhundert, nach denen Wales ein Teil Englands war.

Es gab Vorschläge, den Drachen oder die Flagge des Heiligen David in die gemeinsame britische Flagge aufzunehmen. Bisher ist das nicht passiert, doch wir halten Sie hier auf dem Laufenden...!

Welsh Not

Der Welsh Not war ein Stück Holz, das Kinder, die walisisch sprachen, im 19. Jahrhundert um den Hals trugen.

Jeder Junge, der beim Walisisch-Sprechen erwischt wurde, bekam es und gab es dann an einen anderen Jungen weiter, den er walisisch sprechen hörte. Letzten Endes aber musste der Träger Prügel einstecken.

Es wurde (nur in einigen Schulen) eingesetzt, um die Schüler vom Walisisch-Sprechen abzubringen. Das war zu einer Zeit, als Englisch bei einigen als einzig angemessene Sprache für Bildung und Erziehung galt.

Burgen und Schlösser

Wie hätten Sie Ihr Schloss denn gerne? Konzentrisch, quadratisch, restauriert, verfallen, aus dem 10. Jahrhundert, aus dem 18. Jahrhundert ... Und hätten Sie gern einen Kaffee dazu? Dann empfehlen wir Cardiff Castle. Es ist eine beeindruckende Festung, erbaut 1106. Und es liegt in Reichweite des Starbucks in der Queen Street, was ein weitaus seltenerer Anblick hier ist.

Mythen und Legenden

Die Geschichten von König Artus und dem Magier Merlin sind inspiriert von den wundervollen walisischen Landschaften und Meerespanoramen. Das erklärt vielleicht, warum Pembrokeshire in Westwales noch immer stolz ist auf seinen Beinamen „Gwlad hud a lledrith“, was soviel wie „Land der Magie und des Zaubers” bedeutet.

König Artus taucht regelmäßig in der walisischen Mythologie auf. Die Legende besagt, dass Artus einen Riesen namens Rhitta auf dem Berg Snowdon tötete und eine weitere heftige Schlacht in der Nähe bei Bwlch y Saethau austrug. Sogar heute noch wird erzählt, dass er und seine Ritter in einer Höhle in den Klippen unter der Burg Chepstow schlafen.

Es wird angenommen, dass Caerfyrddin (Carmarthen) der Geburtsort von Merlin ist, und so wurde der Ort nach ihm benannt. Weiter im Norden, in den Höhlen unter den Ruinen von Dinefwr Castle, hat Merlin angeblich mit Feen gelebt.

Hinweise auf den mythischen König können außerdem in einem Tal im nördlichen Pembrokeshire gefunden werden, wo zwei Menhire als „Meibon Arthur“, die Söhne des Artus, bekannt sind.

Weitere Informationen über die Artus-Legenden in Wales finden Sie in der National Library of Wales